Theater Kritiken

Frei nach Hitchcock: Messertanz als Slapstick

Lexikon | JOACHIM SCHÄTZ | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Alfred Hitchcocks "Psycho" (1960) ist wegen seiner erzählerischen Überraschungsmanöver legendär. Im Fall der Hitchcock-Aneignung "Plotting Psycho" (Text und Regie: Dominic Oley) verrät dagegen schon die erste gestreute Fährte viel: Noch vor Beginn des Stücks laufen auf einem kleinen Fernsehmonitor Cartoons mit Mickey Mouse und Betty Boop. Das gibt die Marschrichtung vor für den schön übersteuerten Schabernack, den Oley und ein alertes Viererensemble (entzückender Redneck: Jens Claßen) mit Handlungsroutinen, Gestenrepertoire und Machtverhältnissen des Horrorfilms treiben. Was als breite Filmdreh-Farce um Horrorsternchen Amy Lee Perkins beginnt, findet seinen eigensinnigen Groove, als es Perkins ins Motel verschlägt. Auch wenn die Abstecher in Richtung Diskurstheater nie ganz aufgehen: vergnüglich und schlau.

Tag, Fr, Sa 20.00


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