Auf die Sportplätze, fertig, los!

Josef Dabernig ist im Grazer Kunsthaus und in der Neuen Galerie die Ausstellung "Panorama" gewidmet

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Den Trailer der Diagonale kann man sich auf der Homepage des in Graz stattfindenden österreichischen Filmfestivals bereits ansehen. Er stammt von Josef Dabernig, dem bei der diesjährigen Diagonale (12.-17.3.) eine Personale gewidmet ist. Schon zuvor zeigen das Grazer Kunsthaus und die Neue Galerie eine Ausstellung, die sich auf das fotografische Schaffen des 1956 in Kärnten und heute in Wien lebenden Künstlers konzentriert. Zwar wird man dort auch den Trailer zu sehen bekommen, vor allem aber wird "Panorama", dem Titel entsprechend, Dabernigs Fotografien in panoramaartigen Rundgängen zur Schau stellen.

Der Trailer selbst ist ein skurriler Hybrid zwischen Film und Fotografie: An einer Straßenkreuzung schiebt sie ein Hund als Cut-out-Animation durchs Bild. In der Folge sieht man das siebenteilige Fotopanorama eines baufälligen Stadions, es legt gleichsam die Rutsche zur Ausstellung. Ist doch das Panorama ein wichtiges Topos in Dabernigs Schaffen, seit mehr als 20 Jahren arbeitet er sich daran ab, es sei ein "zur Obsession gesteigertes Ritual". Dem Künstler diene es zur Befragung von Analogien zwischen Film und Fotografie sowie der Phänomenologie eines Objekts oder Orts. Gerade Sportplätze holt der Fotograf Dabernig gerne vor die Linse.

Das Werk von Dabernig ist geprägt von Entschleunigung, Wiederholung und Reduktion. Es sind meist städtische Räume, oft Randzonen, wie schon erwähnt auch gerne Orte des Sports, die der experimentelle Filmemacher hinsichtlich ihrer "Zwischentöne" untersucht. Das macht er so gut, dass seine Kurzfilme bei internationalen Filmfestivals oder Ausstellungen zu sehen sind. "Hypercrisis" wurde 2011 bei der Filmbiennale in Venedig für den Europäischen Filmpreis nominiert, die Diagonale zeichnete das Werk letztes Jahr mit dem Preis für Innovatives Kino aus. Auch seine fotografischen Arbeiten im Zuge von "Panorama" kann man durchaus filmisch konsumieren -man muss nur etwas zügiger durch die Ausstellung gehen.

Kunsthaus, Neue Galerie, Do 19.00 (Eröffnung)


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