Was die Gesellschaft vom Jazz lernen könnte

Jazz ist nicht tot, er riecht auch nicht komisch, sondern bietet interessante Modelle für die Aushandlung von Unterschieden an

Feuilleton | Essay: Mark Terkessidis | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Wenn CIA-Agentin Carrie Mathison, überragend gespielt von Claire Danes, mit ihrem Auto fährt oder zu Hause ein Glas Wein öffnet, dann hört sie gewöhnlich Jazz. Laut. Und die junge Frau erklärt ihren ahnungslosen Gegenübern gerne mit leuchtenden Augen, es sei Miles Davis, was da gerade laufe. Carrie Mathison ist die Hauptfigur in einer der derzeit besten US-amerikanischen Serien: "Homeland". Hat es etwas zu bedeuten, dass sie ausgerechnet Jazz hört?

Wenn man sich anschaut, wo zuletzt Jazz in der Massenkultur eine Rolle gespielt hat, dann ist ihr Faible für Jazz durchaus erstaunlich. Jazz hört ansonsten Harry Bosch, der angegraute, schnauzbärtige Einzelgänger in der Mordkommission des LAPD in den Bestsellerkrimis von Michael Connelly.

Tummelplatz musikalischer Vielheit

Das scheint zu passen: In den letzten zwei Jahrzehnten hatte sich Jazz immer mehr zum Soundtrack für Herren im mittleren Alter entwickelt. In der Musik jedoch herrscht eine neue Vielheit. Zuletzt kamen viele der interessantesten


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