Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Zu Besuch am alten Schlachthof bei Wiens Fleischinspektoren

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Siegelinde Picha trägt einen weißen Kittel, so wie jeder hier, sie nimmt das Fleisch mit Plastikhandschuhen, zerkleinert es so lang, bis daraus eine breiige Masse wird, wiegt es ein, gibt Kochsalz dazu, erhitzt es auf 100 Grad Celsius. Hier, im zweiten Stock der Wiener Lebensmitteluntersuchungsanstalt beim alten Schlachthof Sankt-Marx, wurde vor kurzem ein Kebabspieß überprüft. Was dabei herauskam, kann man auf den Titelseiten der Zeitungen lesen, die im Nebenraum auf dem Tisch liegen: "Pferdefleisch jetzt auch in einem Wiener Kebap!".

Seit dem internationalen Pferdefleischskandal herrscht hier Hochbetrieb. Früher prüfte man, ob in Pferdeleberkäse Pferd drinnen ist. Nun dreht sich der Spieß um und es wird nach Pferdespuren in anderen Fleischsorten gesucht. Es ist zwar nicht ungesund, "aber es geht um Etikettenschwindel", sagt Picha. In Zukunft wird das "exotische" Pferdefleisch neben Schwein, Rind, Schaf und Geflügel zur Routinefleischuntersuchung gehören.


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