"Es wäre absurd zu denken, dass ich nur Beobachter bin"

Feuilleton | Interview: Joachim Schätz | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Als Marko Doringer im Alter von 30 Jahren die Sinnkrise erwischt, greift er zur Kamera. "Mein halbes Leben" gewinnt 2008 den Dokumentarfilm-Preis der Diagonale und läuft dann auch mit beachtlichem Erfolg im Kino. In seiner neuen Doku "Nägel mit Köpfen" macht sich der in Berlin lebende Salzburger Gedanken über Beziehungsentwürfe.

Falter: Sie sind Regisseur von "Nägel mit Köpfen", gleichzeitig sind Sie und Ihre Freundin eines der porträtierten Paare. Wie geht man damit um?

Marko Doringer: So klar lassen sich die Rollen nicht trennen, ich bin ja auch als Privatperson Filmemacher, der weiß, wie Film funktioniert. Das war oft für meine Freundin Marlene schwierig, wenn sie beim Dreh nicht wusste: Ist das jetzt der private Marko, der das wirklich so meint, oder sagt das der Regie-Marko, um eine Reaktion zu provozieren?

Welches Abkommen haben Sie mit den anderen Paaren, die Sie zeigen?

Doringer: Die Protagonisten in meinen Filmen sind emanzipiert. Sie können sagen oder verschweigen, was


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