STEIERMARK

Malerei, wie geht's dir so?

Die Halle für Kunst und Medien startet diese Woche ihren Betrieb mit der Ausstellung "Chat Jet"

Lexikon | TIZ SCHAFFER | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Zwei Jahre hat die Renovierung des Grazer Künstlerhauses gedauert, über zwei Millionen Euro investierte das Kulturressort des Landes in die Sanierung der Halle für Kunst und Medien, wie sie jetzt heißt. Diese Woche findet die Neueröffnung statt. Es war ein langer Weg, bis man sich auf die neue Ausrichtung einigen konnte. Nach zahlreichen Kontroversen wurde der Grazer Sandro Droschl, er ist auch für den Kunstverein Medienturm verantwortlich, zum Leiter ernannt. Er wird vom Land mit fast 900.000 Euro Budget für Betrieb und Programm für die nächsten drei Jahre ausgestattet.

Wirklich Ruhe ist aber noch immer nicht: Die steirische Berufsvereinigung der Bildenden KünstlerInnen Österreichs hat das Land Steiermark geklagt. Es geht um die jährliche Nutzungszeit des Künstlerhauses, die der Berufsvereinigung, wie auch anderen Künstlervereinigungen, seit der Gründung im Jahr 1952 zugestanden ist und die sie mit der Neuausrichtung nicht mehr in Anspruch nehmen kann.

Mit der Halle für Kunst und Medien bekommt Graz eine Institution für zeitgenössische Kunst, die "internationale Strömungen unter Einbindung lokaler Künstler und Künstlerinnen zeigt". Das Haus will sich künftig nicht bloß aufs Ausstellen versteifen, es soll ein lebendiger Ort werden, an dem auch eifrig produziert und über Kunst geredet wird. Könnte eine feine Sache werden, das ehemalige Künstlerhaus gilt als einer der schönsten Ausstellungsorte der Stadt. Es darf auf seine Lage im Stadtpark, 670 Quadratmeter Ausstellungsfläche und drei getrennt bespielbare Räumlichkeiten stolz sein.

Zur Einweihung wird ein Blick auf "Malerei 'jenseits' ihres Mediums" geworfen, die Gruppenausstellung "Chat Jet" wartet mit Künstlern wie Franz Amann, Will Benedict, Manuel Gorkiewicz, Lotte Lyon oder Reena Spaulings auf. Es geht um aktuelle Ansätze in der Malerei, die man auch als "neben sich, außerhalb ihres ursprünglichen Rahmens bezeichnen könnte". Es tun sich einige Fragestellungen auf, die die beiden Kuratoren Sandro Droschl und Christian Egger verhandeln wollen: Wie reagiert die Malerei auf die Herausforderungen einer zusehends mediatisierten Gesellschaft? Welcher Medien, Strukturen und Oberflächen bedient sie sich? Sind wir gegenwärtig sogar an einem Punkt angelangt, an dem sich das Bild in Fragmente zerteilt? Schon vor zwei Jahrzehnten hat Martin Kippenberger, auf den die Kuratoren verweisen, seine Sicht der Dinge preisgegeben: "Es ist schrecklich, ein Bild an die Wand zu hängen und zu sagen, das ist Kunst."

Halle für Kunst und Medien, Graz, Mi 18.00


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