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Falter & Meinung | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Ob man seitenweise aus dem Schwerpunkt Feminismus zitieren würde, den Annette Baldauf und Doris Knecht zusammenstellten, ob man Roland Kobergs Titelgeschichte "Alle lieben die Geschwister Pfister" nachdrucken oder Christian Zillners Porträt der Wiener Kinderanwältin Claudia Pronay nacherzählen möchte - dieser Falter gäbe genug her. Übrigens auch für Nabelschau - die Falter-Fußballmannschaft wurde bei einem Hallenturnier sechste.

Apropos Nabelschau: Der Journalist Wolfgang Fellner war seit jeher schon imstande, mein Blut in Wallung zu bringen. Ein medienpolitisches "Seinesgleichen geschieht" begann so: "Kürzlich sah ich Wolfgang Fellner, den erfolgreichen Gründer und Herausgeber der Zeitschrift News, die Straße hinuntergehen. Dabei rief er ebenso ausdauernd wie laut, indem er mit dem Finger auf sich zeigte:'Wolfgang Fellner geht soeben die Straße hinunter!'

Das tat er natürlich nicht. Aber in News schreibt er wieder einmal jene Art von Sätzen, mit denen er sich schon zu Basta-Zeiten bei uns unbeliebt gemacht hat, nämlich:,In News wird die neue Mediendiskussion jetzt spannend.' Nur bei mir jetzt neu! Solch autoerotische Werbung mag ja in einer editorischen Notiz angehen, aber mitten in einem spannenden Artikel darauf hingewiesen zu werden, dass die Sache durch den Artikel richtig spannend wird, den ich gerade lese, empfinde ich als überflüssig. Es erinnert mich an jene für überwunden geglaubten Zeiten, als W. F. den Golfkrieg auslöste oder den Golffrieden zusammenbrachte, so genau weiß ich das nicht mehr. So viel zum Thema: Medien werden erwachsen.

,Kein anderes Medium liefert derzeit in Österreich annähernd so viel Gesprächsstoff wie News' (Editorial). Der Gesprächsstoff gleicht übrigens in der Konsistenz ein wenig der beliebten Hipp-Babynahrung aus dem Glas. Schmeckt ähnlich vorgekaut, neben den Aromastoffen ist jedoch ein zarter Hautgout schlecht verhohlener Interessen zu schmecken, und das reichlich zugegebene Salz unfreiwilligen Humors rettet wenig." AT


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