Wien, wo es isst Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Herbststraße: Das Arbeitsamt ist weg, die Lokale sind noch da


Lokalaugenschein: Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Es gibt eine Sommergasse. Und einen Winterweg. Frühling findet in Wiens Straßennetz nicht statt, aber dafür der Herbst. Wobei die Herbststraße natürlich nicht nach der Jahreszeit benannt ist, sondern nach einem deutschnationalen Abgeordneten im böhmischen Parlament und späteren k.u.k. Justizminister. Die Straße ist eine der schnurgeraden Verkehrsarterien in Wiens westlichen Arbeitervororten, allerdings, da nicht - wie Kopp und Gablenz - als Durchzugsstraße genutzt, völlig anderen Charakters. Trostlos einerseits, charmant verschlafen andererseits.

Der Fleischhauer des Vertrauens

Und das kulinarisch-gastronomische Angebot ist gar nicht so schlecht: Gleich am Anfang etwa ein kleiner indisch-pakistanischer Lebensmittelladen mit dem freundlichen Namen "Welcome" und einer absolut unprätentiösen Anmutung. In den Regalen diverse Hülsenfrüchte, Mehle und Gewürze, frische und getrocknete Chilischoten, Okra und eine seltsame Riesenbohne oder Erdfrucht, die ich sonst noch nie sah. Und

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