Kommentar Hollywood

Juhu, wir sind Oscar! Bloß: Was genau besagt das schon?

Falter & Meinung | Michael Omasta | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Unter ernsthaften Cineasten galten Oscar-Filme lange Zeit schlicht als das Letzte. Noch übler waren nur die sogenannten Oscar-Filmer, die Billy Wilders und Fred Zinnemanns (siehe Falter 8/13), die bei den französischen wie amerikanischen Großkritikern vor allem den Ruf verblasener, anonymer Handwerker genossen: less than meets the eye.

So überzogen diese Polemik war, so überschießend ist der Jubel, in den österreichische Politiker und Funktionäre der hiesigen Filmbranche heute verfallen. Michael Hanekes in fünf Kategorien nominiertes Sterbedrama "Amour" wurde mit einem Academy Award als "Bester fremdsprachiger Film" (dem Auslandsoscar) preisgekrönt. Das ist toll, keine Frage! Für den Regisseur. Für seine Produzenten. Für den Verleih. Und für uns alle, die wir uns aufrichtig mit Haneke freuen.

Über die Qualität des heimischen Filmschaffens oder seiner Förderinstrumente sagt diese international publikumswirksame Auszeichnung freilich genauso wenig aus wie über die Wahrnehmung


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