Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Silvio ist TV, Beppe die Piazza. In Italien wurde gewählt, zwei politische Führer bestimmten das Geschehen. Silvio Berlusconi wird zu Recht als exemplarischer Politiker des TV-Zeitalters bezeichnet. Er tritt mit dem Charme eines Showmasters auf, verspricht das Blaue vom Himmel, demütigt seine Gegner mit haltlosen Vorwürfen, mit deren Widerlegung sie ihre Sendezeit vergeuden. Die Schönheits-OPs haben sein Gesicht unplastisch gemacht, zu einer Art Piktogramm.

Ganz anders trat der Populist Beppe Grillo in Erscheinung: Laut wie ein Marktschreier zog er durch die Lande, schimpfte auf die politische Klasse und lehnt Auftritte im Fernsehen ab. Sein populäres Blog galt einmal als Kampfansage gegen die TV-Politik, nun hat er die Straße wiederentdeckt. Viele Italiener wünschen sich die Guillotine zurück, um die korrupten Mächtigen zu bestrafen. Grillo vermittelte ein Gefühl dafür, wie sich das Volk außerhalb der TV-Studios anfühlt.


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