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Politik | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Ein Marshallplan für Arabien

Als der tunesische Obsthändler Mohammed Bouazizi am 17. Dezember 2010 loszog, um Wassermelonen und Pfirsiche zu verkaufen, endete sein Tag damit, dass er sich selbst anzündete - aus Protest gegen Tunesiens Herrscher und die schlechten Lebensbedingungen. Eine ganze Generation identifizierte sich mit der Verzweiflung des 26-Jährigen und entlud ihre Wut in Massenprotesten. In weiterer Folge stürzten mehrere Despoten der Region über ihr eigenes Volk. Die Journalistin Petra Ramsauer bündelt in ihrem Buch "Mit Allah an die Macht" die epochalen Umwälzungen des Arabischen Frühlings: von Tunesien über Ägypten bis Libyen.

Ramsauer entwirrt nicht nur die vielschichtigen Revolutionen, sondern beleuchtet auch das strategische Umfeld: vor allem die Interessen von Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, Iran und Türkei. Außerdem zerlegt sie die zögerliche und widersprüchliche EU-Außenpolitik und stellt mögliche Lösungen vor: etwa einen "Marshallplan" für Arabien.


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