Musiktheater Kritiken

Einfallslos inszeniert, musikalisch gediegen

LEXIKON | HR | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Die neue "Verkaufte Braut" gewandet den Chor in Einheitsschwarz und spielt in einem Stadel. Bunte Folklore auf der Strecke bleiben zu lassen, mag legitim sein, rächt sich aber, wenn dem Regisseur sonst nichts einfällt. Da helfen auch Zirkusathleten und -jongleure nichts. Die Sänger sind gediegen, aber auch nicht mehr, bis auf einen: Martin Winkler ist als schlitzohriger Heiratsvermittler Kecal wohl aufgrund eigener Kompetenz das Atout dieser Inszenierung. Matthias Klink als Hans müht sich redlich, ein großer lyrischer Tenor ist er nicht. Caroline Melzer als Marie vermag sich zu steigern und wird vom Orchester unter dem umsichtigen Enrico Dovico in ihrer Arie im dritten Akt einmal so schön begleitet, dass man hier tatsächlich von einem Kleinod sprechen kann. Die hörenswerte Musik Smetanas verdient jedenfalls einen Besuch.

Volksoper, So 16.30


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