Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Warum lassen wir nicht einfach einmal eine Ausgabe ausfallen?", fragte ein Kollege. Anlass war der Umstand, dass die Chefin vom Dienst, Isa Grossmann, am Montag sehr vernehmlich ziemlich krank war und auch der Rest der Redaktion ganz deutlich ein Kratzen im Hals, ein Pochen im Kopf, ein Ziehen im Kreuz verspürte. Auf dem Herd brodelte ein Töpflein mit Ingwersud, den Nina Horaczek im Viertelstundentakt neu ansetzte, Wolfgang Kralicek empfahl Neo Citran, Florian Klenk erkundigte sich beim pharmazeutisch notorisch gut ausgestatteten Kollegen vom Feuilleton nach schmerzstillenden und entzündungshemmenden Mitteln und fand, dass Substanzen, die gut gegen Regelschmerzen und Weichteilrheumatismus sind, jetzt auch für seinen ballonartig sich vergrößernden Schädel nicht ganz falsch sein könnten.

Dabei hatte es Klenkens Kopf noch vergleichsweise gut getroffen. Denn der war kurz zuvor nur knapp davon verschont geblieben, die von Armin Thurnher bei der Redaktionssitzung gestellte Frage, ob man denn von einer Dachlawine auch getötet werden könne, angesichts einer vom eigenen Dach stürzenden überprüfen zu müssen. Aber weil ein ungenannt bleibender Feuilletonchef sich veranlasst sah, Klenk in einem Anfall viral bedingter Übellaunigkeit einen fußkranken Doppelnurmi zu heißen, hatte dieser die Redaktion um circa zwei Sekunden später als intendiert verlassen, sodass die wasserschwer herabsausende Dachlawine Klenkens Calvaria haaresbreit verfehlte, um stattdessen die Windschutzscheibe eines Autos zu durchzuschlagen.


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