Glosse Kultur & Politik

Die Prölletarisierung der Kultur: Mit uns zieht die alte Zeit

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Dankbarkeit, so sagt man, sei keine politische Kategorie. Künstler, so heißt es, seien besonders kritisch. Tempi passati! Wo Politiker einander mit infantilem Ingrimm beflegeln, da lecken Künstler die Hand, die sie füttert oder auch nur bauchpinselt. Keine Frage, Erwin Pröll tut was für die Kunst. Hier ein Museerl errichtet, da ein Vorlasserl erworben, da ein Stückl aufgeführt ... Die Zweitwohnsitzler, die ihn jetzt unterstützen, werden schon noch was kriegen dafür. Vielleicht wird Ulrich Seidls "Paradies: Glaube" zum Pflichtlehrstoff am Stiftsgymnasium Melk? Wolf D. Prix könnte das St. Pöltener Regierungsviertel um ein Flugdach bereichern, Erwin Wurm ein paar Kreisverkehre mit seinen Fat Cars verunzieren, und Marianne Mendt kriegt natürlich eine Glock'n, die 24 Stunden läut - in einem Kremser Kirchturm ihrer Wahl.


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