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Letztmals: Schnitzler-Drama als Film noir

Lexikon | WK | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Für Arthur Schnitzlers fein gewobene Gesellschaftsdramen scheint ein bestimmtes Milieu unabdingbar, weshalb Schnitzler-Inszenierungen auch alle mehr oder weniger gleich aussehen. Der Lette Alvis Hermanis hat 2011 den spektakulären Versuch unternommen, Schnitzler in einen vollkommen neuen Rahmen zu stellen: Er inszenierte "Das weite Land" mit den Mitteln des Film noir, aus Baden bei Wien 1910 wird sozusagen Chicago 1930. Spannend ist das Konzept gerade in den Brüchen, die sich daraus ergeben -wenn etwa aus der naiven jungen Erna Wahl (Katharina Lorenz) eine eiskalte Femme fatale wird. Die Kälte der Inszenierung passt zum Charakter der Hauptfigur, Peter Simonischek fehlt es für die Rolle allerdings an Brutalität. Trotzdem: netter Versuch. Letzte Vorstellung! Burgtheater, Mo 18.00


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