Das Kameraobjektiv im Dienst der Subjektivität

Drei heimischen Dokus gelingt es, die Spannung zwischen den Menschen vor und hinter der Kamera fruchtbar zu machen

Feuilleton | Filmschau: Joachim Schätz | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

Wer nach dem "Amour"-Oscar neugierig auf österreichisches Kino geworden ist, hat es gut: In den nächsten Tagen laufen gleich vier neue heimische Filme an. Dass drei davon dokumentarisch sind, ist einigermaßen repräsentativ für die österreichische Langfilmproduktion, dass zwei der Filmemacher (Hans Hofer, Severin Fiala) unter 30 sind, untypisch und umso erfreulicher.

Ungewohnt ist auch der Tonfall, den Hofer in seiner Komödie "Zweisitzrakete" anschlägt. Wien wird darin zum Parcours einer romantischen Eroberung. Um seine beste Freundin Mia (Alissa Jung) für sich zu gewinnen, bricht Manuel (Manuel Rubey) erst einmal im Technischen Museum ein.

Mit verschrobenen Arabesken und Mut zur Tagträumerei zielt Hofer in Richtung der Neurotikermärchen von Wes Anderson oder Michel Gondry. Eher an deutsche Singlekomödien hingegen erinnert die breite Komik um Männerselbsthilfe und kesse Politessen.

Vom Paarungsverhalten im jungen urbanen Mittelstand handelt auch Marko Doringers Doku "Nägel mit


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