Mensch, Pröll!

Erwin Pröll kämpft in Niederösterreich um den Erhalt der absoluten Mehrheit - und um sein Lebenswerk. Letzteres ist in Gefahr

Politik | Essay: Barbara Tóth | aus FALTER 09/13 vom 27.02.2013

In dieser Geschichte werden Sie niemanden finden, der mit seinem Namen für das einstehen will, was er oder sie über Erwin Pröll denkt. Das führt direkt zum Thema: Was sagt es über einen Politiker aus, der seit über 20 Jahren ein Bundesland regiert, erfolgreich ohne Zweifel, wenn niemand ihn offen zu kritisieren, ja nicht einmal zu kommentieren wagt? Irgendetwas macht Pröll ganz offensichtlich richtig. Irgendetwas aber auch ziemlich falsch. Was genau, davon erzählt diese Geschichte.

Samstag vor zwei Wochen, am Rande von Mistelbach, in einer Baracke mit kläffenden Hunden. Hier baut das Land Niederösterreich demnächst ein neues Tierschutzheim, und das ist auch dringend notwendig. Pröll hat gerade erst seinen kürzesten Wahlkampf aller Zeiten ausgerufen. Es wird auch sein letzter sein, aber darüber redet der 66-Jährige jetzt natürlich noch nicht. Zehntausend Kilometer pro Monat spult er in seinem unauffälligen, grauen Dienst-Mercedes ab. So viel Understatement sähe man bei anderen


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