Der Maler als Zen-Gärtner führt den Pinsel im Kreis: der junge Hundertwasser in Paris und Tokio

Lexikon | Nicole Scheyerer | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Man kann nicht gerade behaupten, dass Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) rasendes Interesse bei heimischen Kunsthistorikern genießen würde. Wiewohl in jedem Schulbuch abgebildet, besitzt zum Beispiel das Belvedere - das ja das Sammeln relevanter österreichischer Kunst zur Aufgabe hat - gerade mal ein einziges Gemälde des Künstlers. Ausgerechnet dort wird aber jetzt mit der Schau "Hundertwasser, Japan und die Avantgarde“ ein so unbekanntes wie spannendes Kapitel zum Frühwerk des Spiralenmalers aufgeschlagen und gehörig aufgewertet.

Es geht darum, welche westlichen und japanischen Künstler Hundertwasser in den 50er-Jahren in Paris traf, wie er fernöstliches Denken aufnahm und inwieweit ihn sein eigener Aufenthalt in Japan 1961 prägte.

Ein stolzer Jüngling blickt von dem Selbstporträt am Beginn der Schau, das Hundertwasser 1950 mit einer eigenwilligen Rasterstruktur unterlegt hat. Es ist erstaunlich, mit wem aller der Mittzwanziger, der in Wien nur drei Monate Kunstakademie


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