Kritiken

Im leeren Bauch einer furchtsamen Gestalt

Lexikon | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Leicht könnte man sich beim Betreten der Schau von Dominik Lang im Keller der Secession in einer antroposophischen Stube wähnen. Der dort installierte Holztisch und die Vitrinen erinnern an die kristalline Ästhetik eines Rudolf Steiner. Der 1980 in Prag geborene Künstler leitet seine aktuellen Arbeiten jedoch aus dem Kubismus her. Bekannt wurde Lang auf der Biennale in Venedig 2011, wo er Kunst seines Vaters zu einer Installation arrangierte. Der historische Rückgriff gelingt ihm nun erneut: Die hintere Halle wurde mit Einbauten in eine Art Höhle verwandelt. Was als neues Raumerlebnis schon gut funktioniert, birgt eine (Denk-)Figur in sich: Die Form der Grotte verdankt sich nämlich dem hohlen Innenleben von Otto Gutfreunds expressiver Statue "Angst“ von 1911. Anstatt eckigem Schaudern regiert nun biomorphe Leere. NS

Secession, bis 21.4


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