Kritiken

Mickey und Pluto als abgründige Grimassierer

Lexikon | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Es wird geschlabbert und geschmatzt, dass es fast obszön wirkt. Die Zungen in den neuen Arbeiten von Martin Arnold stammen aus klassischen US-Zeichentrickfilmen. Der Filmemacher hat Szenen mit Mickey und Pluto digital zerstückelt, bis auf die Augen, Münder und Hände geschwärzt und neu rhythmisiert. Schmatz, schlürf, tschingbumm: Auch musikalisch umgekoppelt, wird der Familiengaudi eine gehörige Aggressions- und Verzweiflungswucht attestiert. Die Machart der Arbeiten gemahnt an die frühere Produktionsform von Animationsfilmen, bei der die Zeichner wie am Fließband Folien malten. Arnold bleibt der bevorzugten Filmepoche der 1930er- bis 1950er-Jahre treu, rückt aber mit den witzig dekonstruierten Trickfilmen stärker Richtung Kunst. NS

Galerie Martin Janda, bis 30.3.


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