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Ständig im Alarmzustand: "Martas Koffer“

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Marta Anguitas Körper ist von Narben gezeichnet. Es grenzt an ein Wunder, dass die Spanierin einen Mordversuch durch ihren Exmann überlebt hat. Zwölf Jahre danach - der Täter wurde aus dem Gefängnis entlassen - lebt Marta in ständiger Angst, wieder attackiert zu werden. Trotzdem schweigt sie nicht und ist Protagonistin von Günter Schwaigers Dokumentarfilm "Martas Koffer“, der sich mit häuslicher Gewalt auseinandersetzt. Martas Erzählungen und Gespräche mit der Gewaltforscherin María Naredo Molero und Amnesty International ergänzt ein Einblick in die Arbeit von Gewaltpräventions- und Opferschutzeinrichtungen in Salzburg. Aus dem Off kommt ein Täter in Behandlung zu Wort. "Martas Koffer“ ist keine breite Abhandlung, Schwaiger stellt eine einzige Betroffene exemplarisch heraus. Zwar spießt sich die visuelle Unterlegung mitunter mit den aufgezeichneten Gesprächen. Dennoch gelingt es, das Tabuthema häusliche Gewalt zu durchleuchten und die damit verbundenen Missstände und Auswirkungen aufzudecken: unzureichende Gesetze und finanzielle Mittel, destruktive Rollenbilder und soziale Unterdrückung, Zorn und Hilflosigkeit.

Premiere mit Diskussion im Filmhauskino, Mi 6.3., 19.00


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