Vor 20 Jahren im Falter  Wie wir wurden, was wir waren

Elmo der Bär

Falter & Meinung | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Sätze, die man sich merken sollte, die aber von jenen Parteien, denen der Sprecher dieser Sätze am nächsten stand, am wenigsten beherzigt wurden: "Wenn einer faule Würste produziert, schreitet das Lebensmittelamt ein, wenn einer mit 200 Sachen über die Landstraße donnert, die Polizei. Privat-TV ist lebensgefährlich und gehört per Gesetz verboten.“ Natürlich war es Gerd Bacher, der sie sagte. Privat-TV ist in Österreich übrigens seit 2001 zugelassen. Aber das war längst nicht alles, was man im Falter lesen konnte (der zitierte es aus Standard und Presse).

Da gab es eine Polemik von Werner Vogt gegen die "Windmaschinen der Gesundheitsreform“. Ausgelöst wurde sie durch einen Innsbrucker Internisten namens Kurt Grünewald, der aufdeckte, dass Turnusärzte 50 Stunden arbeiten. Peter Resetarits hatte zuvor im ORF ähnliche Fälle berichtet. Es geschah nichts. Diesmal gab es einen Mediensturm. Sonst geschah - nichts.

Klaus Nüchtern und Roland Koberg interviewten Kunstminister Rudolf Scholten, der zufrieden Halbzeitbilanz zog, und resümierten dessen Personalentscheidungen. Im Interview fand sich die schöne Frage: "Das war jetzt ein Argument für ein Haus für Neue Musik.“ Scholten antwortete: "Das wäre mit Sicherheit das Beste, es scheitert halt am Geld. Aber wenn wir unser Budgettempo halten, sind wir sicher in zwei bis drei Jahren in einem Status, wo so etwas bewerkstelligbar ist.“ Mittlerweile sind es 20, und Besserung ist nicht in Sicht.

Für einen Sonderteil zum Thema Wohnen besuchte Doris Knecht Ikea und schilderte den Leidensweg einer Samstagseinkäuferin, die sich "dringend“ drei Regale namens "Drott“ besorgen muss. Es gab auch ein Interview mit Selfman, dem Idol der österreichischen Bastler. Auf die Frage, was er von Sex auf einem Tapetentisch halte, antwortete der, er sei beim Draufsitzen einmal zusammengebrochen, der Rest sei eine andere Geschichte.

Apropos andere Geschichte: In "Seinesgleichen geschieht“ wurde für ORF-Moderator Elmar Oberhauser das Epitheton "Elmo der Bär“ geprägt. AT


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