Das dreckige Geschäft

Politik | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Auf Österreichs Autobahnraststätten werden ausländische Klofrauen eingeschüchtert und ausgebeutet. Über Beschäftigte in 50-Cent-Jobs

An der niederösterreichisch-steirischen Grenze, wo die Südautobahn eine Asphaltschneise durch den Wald schlägt, liegt die Shell-Tankstelle der Raststation Zöbern - laut jüngstem Raststättentest die beste Tankstelle Österreichs. Wer dort aufs Klo geht, trifft auf Frau Susanna (Name geändert); sie spricht kaum Deutsch, aber "Grüß Gott“, das sagt sie freundlich. Auf dem Schild neben ihr liest man: "Über ein Trinkgeld würden wir uns freuen.“ Auf der Herrentoilette wischt Susannas Kollegin gerade über das Pissoir. Es ist eine saubere Toilette.

Aber es ist kein sauberes Geschäft. Vor Monaten kontrollierte die Finanzpolizei eine Reihe von Autobahnraststätten. Die Beamten dokumentierten, unter welchen Umständen die Reinigungskräfte arbeiten. Sie schossen Fotos, auf denen enge, kleine Räume zu sehen sind. Kaum Möbel, kaum Bewegungsfreiheit.


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