Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Geläut für den Papst: Als die Pummerin Geschichte schrieb

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Donnerstagabend. Im Stephansdom falten Katholiken ihre Hände zum Gebet für Papst Benedikt XVI., hoch oben im Nordturm wartet Kirchenmeister Tamas Steigerwald auf einen Anruf. Als die Heilige Wandlung vorbei ist, meldet sich der Mesner von unten; Steigerwald könne die Pummerin jetzt läuten lassen. Er tritt an eine Art Sicherungskasten und legt einen kleinen weißen Schalter um. Die größte Glocke Österreichs beginnt zu schwingen. Das tut sie nur an hohen Feiertagen, zum Jahreswechsel und zu besonderen Anlässen. Heute ist ein ganz besonderer Anlass: Zum ersten Mal seit 1294 tritt ein Papst zurück.

"Es ist ein historischer Moment“, sagt der Kirchenmeister. Deshalb steht er heute selbst hier oben und nicht der Domelektriker. 21 Sekunden dauert es, bis der Riesenklöppel das erste Mal gegen die Glockenwand schlägt, Schlagton: c plus 4/16. Kurz vor 20 Uhr schallt es so laut, dass der Brustkorb vibriert, aber so dumpf, dass die Ohren nicht schmerzen.


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