Wie gedruckt

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Pressekolumne

Da bleibt einem fast nichts übrig, als seine Vorurteile ein bisschen abzubauen. Kurzfristig zumindest. Da bringt die Kronen Zeitung einen Artikel über den Abzug der Flüchtlinge aus der Votivkirche ins Servitenkloster und nirgends steht etwas von "Scheinasylanten“ oder Ähnliches. Stattdessen wird "die traurige Flüchtlingsgeschichte im Zeitraffer“ nacherzählt. Die Unterstützer der Flüchtlinge nennt die Krone "gute Geister“, auch wenn auf die "linkslinken Aktivisten“ nicht vergessen wurde.

Auch der übrige Boulevard reagiert freundlich. "Votiv-Flüchtlinge:, Wir wollen Kompromissbereitschaft zeigen‘“, schreibt Heute und sieht durch den Umzug der Flüchtlinge die "Basis für konstruktive Gespräche geschaffen“. Auch Österreich berichtete ohne Häme, dass die vermehrten Polizeikontrollen vor der Kirche die Flüchtlinge zum Umzug gezwungen hätten. Danke, liebe Votivkirchen-Flüchtlinge, dass ihr den Boulevard gezähmt habt. Kurzfristig zumindest.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige