Eine Synagoge neben dem Parlament

Feuilleton | Plädoyer: Erich Klein | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Der Architekt Friedrich Kurrent schlägt den Bau einer Synagoge am Ring vor. Die Politik ignoriert ihn

Eine Synagoge im Zentrum von Wien. Direkt am Ring! Der utopische Charakter seiner Idee ist dem Architekten Friedrich Kurrent bewusst. Und weil Utopie im wörtlichen Sinne "Nicht-Ort“ bedeutet, ist der Zwickel zwischen Parlament, Palais Epstein und Justizpalast, den Kurrent als Standort vorgeschlagen hat, auch bestens geeignet: Der Schmerlingplatz ist symbolisch-historisch aufgeladen und zugleich ein Niemandsland.

"In Wien wurden 1938, nach dem, Anschluss‘ über 40 Synagogen und jüdische Bethäuser zerstört. Die Stadt hat eine Bringschuld einzulösen“, findet Kurrent und ist bereit, seinen persönlichen Beitrag zu leisten: "Ich muss so lange leben, bis die Synagoge steht!“

Der Entwurf des emeritierten Professors für Architektur sieht einen Davidstern als Grundriss vor. Mit einer Höhe von 25 Metern würde das zentrale Gebäude fast so hoch sein wie das benachbarte Parlament.

Geometrisch


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