Unverhoffte Wiederkehr

Feuilleton | Jubiläumsvisite: Armin Thurnher | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Vor 15 Jahren kam der Nachlass des Komponisten Arnold Schönberg nach Wien. Erinnerung an eine kulturpolitische Tat

Manchmal ändert ein Blick aus dem Fenster den Lauf der Geschichte. Als Arnold Schönbergs Tochter Nuria Schönberg-Nono Mitte der 1990er-Jahre jene Räumlichkeiten besuchte, die Kulturstadträtin Ursula Pasterk für ein Schönberg-Archiv ausgewählt hatte, war die Sache schon gegen Wien entschieden. Die Sache: Die Hinterlassenschaft des Komponisten musste gerade ihr Domizil an der University of Southern California räumen.

Schönberg ist eine der entscheidenden Figuren der Moderne des 20. Jahrhunderts, sein Nachlass die größte Sammlung eines Komponisten des 20. Jahrhunderts. Abgesehen von der kulturellen Bedeutung schätzte ein österreichischer Sachverständiger damals den Wert des Materials auf 400 Millionen Schilling. Die Kinder Arnold Schönbergs, von dessen Ethos geprägt, dachten nicht daran, diesen Schatz zu versilbern; sie wollten ihn jenem permanenten Standort schenken,


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