Ich hab noch einen Koffer in Berlin

Feuilleton | Musikkritik: Gerhard Stöger | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Angriffslust statt Nostalgie: David Bowie kehrt nach langem Schweigen mit dem Album "The Next Day“ zurück

Der Coup ist ihm gelungen. Am 8. Jänner feierte David Bowie seinen 66. Geburtstag - und schenkte der Welt den ersten neuen Bowie-Song seit zehn Jahren. "Where Are We Now?“ kam völlig unerwartet, lebte der Sänger nach einer Herzattacke 2004 doch zurückgezogen in New York. Gut, er stand mit Arcade Fire auf der Bühne und mit TV On The Radio im Studio, zwei der bedeutendsten Rockbands dieser Dekade. Aber sonst?

"Where Are We Now?“ überraschte auch inhaltlich: Mit brüchiger Stimme sang David Bowie, der in seiner steten Innovationslust mehr für die Popmusik geleistet hat als jeder andere Solokünstler, als "man lost in time“ von jenem Berlin, das er in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre vorübergehend bewohnt hatte.

Die Nostalgie ging sogar so weit, dass er den Potsdamer Platz im Videoinsert zum "Potzdamer Platz“ machte. Schon "Heroes“, Bowies legendäres Berlin-Album, hatte


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