Buch der Stunde

Das Unbehagen an der Physik

Feuilleton | Sebastian Kiefer | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Physiker sind chronisch Leidende: Eine vereinheitlichende Theorie, die die Elementarteilchen und gleichzeitig die vermutlich vier grundlegenden Kräfte im Atom zusammenbringt, ist nicht absehbar. Die Stringtheorie, die den Versuch unternommen hat, alles als Schwingungen winziger "Strings“ zu beschreiben, verlor ihre Glaubwürdigkeit, als sie sich - um den Grundgedanken zu retten - genötigt sah, immer wildere Zusatzannahmen zu machen und sieben neue Raumdimensionen sowie eine Vielzahl von Universen postulierte. Sie zerfiel in unzählige Varianten und konnte keinerlei experimentelle Bestätigung vorweisen.

Als der Teilchenphysiker Lee Smolin 2006 in glänzender Form ihre Auswüchse und Widersprüche sezierte, klang das nach dem Totengeläut. Rettung vor der Herrschaft der ihre eigenen Theoreme nicht beherrschenden Technokraten erhoffte Smolin von "Sehern“ vom Format eines Einstein oder Bohr. Der Münchener Physiker Alexander Unzicker stößt nun noch einmal in dasselbe Horn, lauter, bisweilen


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