Wien, wo es isst  Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Julius-Tandler-Platz: das vergessene Bahnhofsgrätzel

Stadtleben | Lokalaugenschein: Florian Holzer | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Westbahnhof, Nordbahnhof/Praterstern, Zentralbahnhof - überall urbane Entwicklung, Dynamik. Und der Franz-Josefs-Bahnhof? Der sitzt inmitten eines der grindigsten Grätzeln des neunten Bezirks, einem Grätzel, wo sich überhaupt nichts zu entwickeln scheint, wo acht von zehn Geschäftslokalen leer stehen, wo die Lebensqualität gerade Pause macht.

Sonntagseinkauf-Pilgerstätte

Für kulinarische Bekanntheit sorgte hier über Jahrzehnte nur der Bahnhofsbilla, bei dem man - als Wien die einzige Ostblockstadt diesseits des Eisernen Vorhangs war, eine Ausnahmeerscheinung - sonntags einkaufen konnte. Es gibt aber noch mehr: den Feuervogel, zum Beispiel, das russische Restaurant der Stadt, seit 1923 vor Ort und sowohl inhaltlich als auch optisch schon länger nicht mehr upgedatet. Hühnerbrust Kiew, Boeuf Stroganoff, Stör Moskovskii & Co, dazu Krimsekt und Wodka - genau so, wie man sich’s vorstellt, und das ist dann eigentlich schon wieder originell.

Was man vom Gabel & Co nur bedingt sagen kann.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige