Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Fanta Pfirsich/Marille

Eine internationale Limonade mit regionalem Geschmack

Stadtleben | aus FALTER 10/13 vom 06.03.2013

Den Begriff Special Edition kannte man lange Zeit aus dem Verlags- oder Musikgeschäft. Irgendwann schwappte er auf die Lebensmittelindustrie über und fortan waren ausgesuchte Limonaden, Near-Water-Produkte, Schokoladen oder Joghurts "nur mehr für kurze Zeit“ oder "saisonal“ erhältlich. Künstliche Verknappung zwecks Ankurbelung der Nachfrage - ein alter Trick. So kann man als Hersteller auch auf riskantere Geschmackskombinationen setzen, ohne die mögliche Schlappe allzu groß erscheinen zu lassen.

Mit Drachenfrucht/Weintraube ist der Firma Römerquelle ein exotischer Coup gelungen; das Ergebnis schmeckt wie alle anderen flavorisierten Mineralwässer: fad. Die Coca-Cola Company setzt mit dem spezialeditierten Fanta Pfirsich/Marille auf bekannte Geschmäcker, wobei sich hier der Pfirsich auf die Schultern der Marille gesetzt hat, die wiederum auf einem riesigen Zuckerberg hockt. Pfirsichlimonade ist definitiv interessanter als jene aus der Marille.

Interessanter wäre es auch gewesen, man hätte Fanta Shokata nach Österreich gebracht. Es ist eine vermutlich ebenso süße Hollerblütenvariante, die im südosteuropäischen Raum verkauft wird. Insgesamt gibt es weltweit über 100 Sorten Fanta, die sich an den jeweiligen nationalen Geschmacksvorlieben orientieren. Wie man so etwas bloß feststellt, nationale Geschmacksvorlieben? Die Firma Pago hat es uns mit Pago Africa, Amazonas und Asia gezeigt. Das Ergebnis sieht betriebswirtschaftlich leider nicht sehr rosig aus. MS


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