Die kathartischen Freuden des Selberputzens

Dominika Meindl | Literatur | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

René Freund versöhnt in seinem launigen Roman "Liebe unter Fischen“ Stadt und Land

Fisch an sich gilt nicht als Aphrodisiakum, im Gegenteil, der Gedanke an ihn dient eher der Entschleunigung. Das Hinauszögern wiederum nützt auch der literarischen Liebesbewältigung. So müssen die vier Protagonisten von "Liebe unter Fischen“ das übliche Wirrwarr hinter sich bringen, bevor sie einander an der Angel und in der Mangel haben.

Ein Zusatznutzen der Fische: Sie lassen sich metaphorisch anreichern. In diesem Sinn führt die Fischforscherin Mara den auf Spezialsommerfrische weilenden Lyriker Alfred Firneis in das verwunderliche Paarungsverhalten der Elritze ein. Der muntere Phoxinus phoxinus (was passend mit "spitz“ zu übersetzen ist) kann nur im Rudel; sind zu wenige Geschlechtspartner im Teich, kommt er nicht in Stimmung. Dafür lässt er sich gut konditionieren. Firneis zieht dabei eine Analogie zur digitalen Schwarmdemenz des Menschen, erkennt aber nicht, dass er selbst gerade von

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