Mittelschichts-Mum mit Schnodderschnauze

Günter Kaindlstorfer | Literatur | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Doris Knecht legt mit "Besser“ ihren zweiten Roman zwischen Facebookisieren und Abgründigem vor

Tja, also, ähm. Es soll Leute geben, die Doris-Knecht-Kolumnen schwer aushalten. Hauptsächlich werden der Falter-Kolumnistin von bürgerlichkeitsverweigernd-humorfreier Seite ihre "manierierte Sprache“ und der kleinfamilien-affirmative Exhibitionismus vorgeworfen, dessen sie sich in ihren Texten angeblich befleißigt. Bockmist. Doris Knecht, so behaupte ich, ist die Gloria Swanson, was sag ich, die Garbo der Kolumnenkunst.

Nur: Reicht, was allwöchentlich auf 82 Zeilen funkelt und blitzt, auch für die literarische Langstrecke? Sprinterinnen triumphieren selten auch im Marathon, Paul Flora hätte sich beim Ausmalen der Sixtinischen Kapelle schwergetan und aus Peter Altenberg, dem Meister des poetischen Feuilletons, wäre nie im Leben ein geschmeidiger Novellist, geschweige denn ein überzeugender Romancier geworden. Und Doris Knecht? Nach ihrem Debütroman "Gruber geht“ tritt sie nun zum

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