Gestrandet im ehemaligen Elternhaus

Literatur | Alexandra Millner | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Hoffnungsvoll und tröstlich: Hans Eichhorns Prosatext "Und alle Lieben leben“

Zwei Menschen sind scheinbar zufällig in einem Haus gestrandet: Der eine Mensch will von nichts und niemandem etwas wissen; der andere möchte den einen Menschen erreichen, mit ihm in Kontakt treten, wird jedoch zurückgewiesen und auf sich selbst zurückgeworfen. Das ist die Ausgangssituation in Hans Eichhorns neuem Prosatext "Und alle Lieben leben“.

Es stellt sich heraus, dass die beiden Figuren Kind und Vater sind. Erzählt wird aus der Perspektive des Vaters, der mit dem Kind, das sich von seiner Umgebung völlig abkapselt, nicht zurechtkommt: "Das Kind ist ganz Gehör seiner selbst.“ Es macht sich nur durch Spuren, die es im Haus hinterlässt, bemerkbar.

Von Schlaflosigkeit geplagt, verbringt der Vater die endlosen Nächte damit, den Geräuschen des Hauses zu lauschen. Dieses Haus, sein ehemaliges Elternhaus, scheint ihm seine Geschichte zu erzählen, oder vielmehr jene seiner (ehemaligen) Bewohner.


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