Der Provinzfriedhof als Bühne

Kirstin Breitenfellner | Literatur | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Evelyn Grill kehrt mit "Der Sohn des Knochenzählers“ in die düstere Enge von Hallstatt zurück

Das Böse liegt Evelyn Grill. Und sie braucht nicht viel Raum, um es zu entfalten. Wahrscheinlich gedeiht es auch am besten in der Enge. Für ihren neuen, schmalen Roman "Der Sohn des Knochenzählers“ verlässt sie sich deswegen auf einen Schauplatz, der sich bereits bewährt hat.

Auch ihre Erzählung "Wilma“ (1994), die beklemmende Geschichte eines behinderten Mädchens, um das sich die verwitwete und kinderlose Agnes kümmert, spielt in Hallstatt. Evelyn Grill kennt diesen Ort wie ihre Westentasche, sie hat dort lange gelebt, bevor sie nach Deutschland ging.

Das Böse kommt von den Menschen, und dort, wo sie besonders eng beisammen hocken, gedeiht es bekanntlich am besten, wie in dem an den Berg geschmiegten, abgeschiedenen Ort, in dem sich die Sonne in der kalten Jahreszeit für vier Monate verabschiedet. Wir schreiben die 80er-Jahre, wo es zwar schon eine Straße zum Ort gibt und ein

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