Wer Mohammad Khan heißt, ist verdächtig

Literatur | Sabine Scholl | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

In Amy Waldmans Roman "Der amerikanische Architekt“ werden die Schäden von 9/11 sichtbar

Wer wäre für das Genre des Reportageromans besser geeignet als eine New York Times-Journalistin, deren faktenreiche Beiträge auch wegen ihrer erzählerischen Qualitäten geschätzt werden? In ihrem Erstling "Der amerikanische Architekt“ schildert Südasien-Korrespondentin Amy Waldman ein durch 9/11 traumatisiertes New York.

Nach der anonymen Ausschreibung zum Bau eines Memorials entscheidet sich die Jury für das Projekt eines Gartens. Als der Name des Architekten, Mohammad Khan, bekannt wird, sind die Reaktionen eindeutig: "Was für eine gottverdammte Scheiße ist das denn? Es ist ein Muslim!“ Obwohl der Amerikaner zweiter Generation ohne rechte Verbindung zur Religion ist, fühlen sich die Familien, die Angehörige beim Anschlag verloren haben, provoziert. Sie befürchten, das gewählte Design könne den Drahtziehern des Terrors in die Hände spielen.

Der daraufhin sich entwickelnde Konflikt


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