Höflinge, Leprakranke, Seher, Ahnen und Zombies

Erich Klein | Literatur | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Ahmadou Kouroumas "Monnè. Schmach und Ärger“ erzählt die Geschichte der französischen Kolonialisierung Westafrikas

Ahmadou Kourouma (1927-2003) von der Côte d’Ivoire zählt zu den bekanntesten afrikanischen Schriftstellern aus der Zeit der Entkolonialisierung und hat eine für diese Generation typische Biografie. Auf den französischen Militärdienst in Indochina folgte ein Studium der Mathematik in Lyon. Bald nach seiner Rückkehr an die Elfenbeinküste geriet Kourouma mit dem Langzeitpräsidenten Félix Houphouët-Boigny in Konflikt.

Sein erster von insgesamt fünf Romanen - "Der Fürst von Horodougou“ - attackierte die neuen afrikanischen Eliten nach der Unabhängigkeit. Als das Buch 1968 erschien, befand Kourouma sich schon im ersten Exilland Algerien; später folgten Kamerun (1974-85) und Togo (1984-94). Mit "Allah muss nicht gerecht sein“ (2002), der Geschichte ivorianischer Kindersoldaten, gelang ihm ein internationaler Bestseller. Der pensionierte Versicherungsmathematiker

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