Das Nebeneinander von Leben und Tod

Literatur | Daniela Strigl | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Krankenbericht oder Fiktion? David Wagner erzählt vom "Leben“ mit einer chronischen Krankheit

Der Auftakt ist stark: Der Icherzähler kommt nächtens nach Hause, isst noch ein bisschen Apfelmus und spürt ein Kratzen im Hals. Wenig später erbricht er einen Blutschwall in die Badewanne. Der Notarzt, dem er auf der Stiege entgegengeht, unterschätzt die Lage, bis der nächste Schwall im Rettungsauto landet: Dieser Mann, ein Mittdreißiger, droht innerlich zu verbluten. Er hat Krampfadern in der Speiseröhre und kennt die Gefahr seit langem, denn sie gehört zu den Folgen seines fortgeschrittenen Leberleidens, einer Autoimmunhepatitis, die ihm bereits als Jugendlichem die Zirrhose eines Alkoholikers im Spätstadium bescherte.

Im Spital rettet man sein Leben, immer neue "Ligaturen“ der Speiseröhrengefäße verhindern das Schlimmste, doch er weiß, dass er nun wieder "auf die Liste“ muss: die europaweite Liste der Organaspiranten. Einmal schon war er an der Reihe und schlug das Angebot


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