Es war einmal in Amerika

Literatur | Nikolaus Stenitzer | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Der Band "In der Ferne das Glück. Geschichten für Hollywood“ versammelt Texte von jüdischen Autoren im amerikanischen Exil

In der Erzählung "Sein letzter Irrtum“ beschreibt Alfred Polgar ein denkwürdiges Aufeinandertreffen von alter und neuer Welt: Einem aus Europa emigrierten Autor wird vom amerikanischen Redakteur Satz für Satz auseinandergesetzt, dass an seiner Story nichts, aber auch gar nichts mit der amerikanischen Realität übereinstimmt - so lange und so detailliert, bis der Verzweifelte aus dem Fenster springt, gefolgt vom Ruf des Redakteurs: "In Amerika springt man nicht aus dem Fenster!“

Aus Polgars Erzählung spricht dessen eigene Erfahrung, die zugleich die Erfahrung vieler vor allem jüdischer Autorinnen und Autoren war, die in den 1930er-Jahren aus Deutschland fliehen mussten: Zur den Erfahrungen der Verfolgung und der Flucht kamen nun noch der traumatisierende Verlust der sprachlichen und gesellschaftlichen Welt, die Grundlagen für die literarische Arbeiten gewesen


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