Vom ziellosen Dandy zum Zionisten

Literatur | Nikolaus Stenitzer | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Kafka-Herausgeber Max Brod ist in einer neuen Werkausgabe als Schriftsteller wiederzuentdecken

Wenn von Max Brod die Rede ist, geht es üblicherweise um Franz Kafka: Als Herausgeber nachgelassener Schriften wie "Das Schloss“, "Der Prozess“ oder "Amerika“ hat Brod sich im kulturellen Gedächtnis gehalten. Dass er diese Werke ebenso wie Kafkas Tagebücher gegen dessen testamentarische Verfügung herausgab, gehört inzwischen zu den wenigen verbreiteten Fakten über den Dichter aus Prag.

Das aber war Brod zunächst - ein Dichter aus Prag, wie seine Freunde Kafka und Franz Werfel; nur wesentlich erfolgreicher als beide. Brod veröffentlichte zwischen 1906 und 1939 annähernd 30 selbstständige Titel, darunter Romane, Novellen, Erzählungen, außerdem philosophische Schriften und Theaterstücke, zum Teil in hohen Auflagen.

Durch den eigenen Erfolg war es ihm möglich, Kafka und Werfel, aber auch Jaroslav Hašek (den er ins Deutsche übersetzte) oder den Komponisten Leoš Janáèek (für den


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