Bild des Schreckens am Ende der Geschichte

Literatur | Leo Federmair | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Pierre Michons Erzählung "Die Elf“ kreist um ein fiktives Bild und das Zeitalter der Aufklärung

Welches ist das berühmteste Gemälde der Kunstgeschichte? "Die Elf“ von François-Élie Corentin. Sie kennen es nicht? Kein Wunder, es ist, mitsamt seiner Berühmtheit, Fiktion. Es hängt, oder besser es thront, "ganz am Ende“ des Louvre, "dans la chambre terminale“, wie Pierre Michon schreibt, der das Bild zum Zentrum einer außerordentlich kraftvollen Erzählung macht. Liest man das Original, kommt einem bei der Ortsangabe eine unheilbare Krankheit im letzten Stadium in den Sinn, auch die Endlösung, die ein Schreckensregime des 20. Jahrhunderts anstrebte.

Ursache und Ende des Louvre ist jenes Bild hinter Panzerglas, welches das Ende der Geschichte beschwört. Die Ultima Ratio, denn die Große Revolution ist nichts anderes als Wirklichkeit gewordene Aufklärung, fanatischer Rationalismus. Diese durchaus nicht neue Sichtweise des 18. Jahrhunderts liegt Michons Erzählung zugrunde, die


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