Freud beim Masturbieren ertappt

Literatur | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

In "Freuds Schwester“ erfüllt Goce Smilevski die biografischen Daten Esther Adolfine Freuds mit Leben

Freud war ein zwiespältiger Charakter und bei all seinen revolutionären Erkenntnissen ein Kind seiner Zeit. So erscheint er auch in einem anregenden neuen Roman. Goce Smilevskis "Freuds Schwester“ sucht sich eine Leerstelle in der Geschichte der Familie Freud heraus. Die Heldin ist die jüngere Schwester Esther Adolfine, die Sigmund Freud besonders schätzte, mit der ihn in der Kindheit ein enges Verhältnis verband, von der man aber nicht sehr viel mehr als die groben Lebensdaten kennt. Smilevski lässt seine Geschichte 1938, im Jahr des "Anschlusses“, beginnen. Die heraufziehende Gefahr für die jüdische Bevölkerung ist nicht mehr zu übersehen. Wer es sich leisten kann, emigriert.

Sigmund Freud spielt die Bedrohung herunter, glaubt daran, der Hitler-Spuk werde bald enden. Seine vier jüngeren Schwestern, allesamt auch schon in ihren 70ern, drängen ihn um Hilfe. Als er dann


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