Ein Mann und eine Frau am Küchentisch

Literatur | Jörg Magenau | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

In "Aus der Zeit fallen“ betrauert der israelische Autor David Grossman den Tod seines Sohnes

Es ist ein merkwürdiger Euphemismus, Kriegstote "Gefallene“ zu nennen. Gefallen sind sie aus der Zeit, die aber für die Trauernden weitergeht. "Aus der Zeit fallen“ nennt der israelische Autor David Grossman seinen großen Klagegesang über den Tod seines Sohnes, der 2006 im Libanonkrieg "gefallen“ ist, als der Panzer, in dem er saß, von einer Rakete getroffen wurde.

Grossman schrieb damals den Roman "Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ über eine Mutter, die der Nachricht vom Kriegstod des Sohnes entfliehen möchte. Nun schreibt er über sich selbst und seine eigene Frau und ihre gemeinsame Trauer um den Sohn. In der Trauer sind die Hinterbliebenen rettungslos vereint. Sie breitet sich zerstörerisch zwischen ihnen aus, weil sie jede Gemeinsamkeit und alle Erinnerungen bestimmt.

Wie eine griechische Tragödie mit mythischen Figuren liest sich "Aus der Zeit fallen“. Sie sprechen in


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