Die Kameraden fallen wie Zinnsoldaten

Literatur | Jörg Magenau | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Yoram Kaniuk hat in "1948“ seine Erinnerungen an den israelischen Unabhängigkeitskrieg niedergeschrieben

Soldaten töten. Ja mehr noch, sie "lieben das Töten“. Das sagt der große israelische Schriftsteller Yoram Kaniuk, der es wissen muss, denn er war selbst Soldat. Als 17-Jähriger kämpfte er 1948 im israelischen Unabhängigkeitskrieg. 60 Jahre danach hat er seine Erinnerungen aufgeschrieben: blutige, tragische Geschichten über Gefechte und Gemetzel, die er nicht anders denn als sinnlos bezeichnen kann. Und doch ist daraus der Staat Israel hervorgegangen.

Kaniuks "1948“ eignet sich nicht für Heldengesänge und Legendenbildungen. Es ist das Buch eines Überlebenden, der sein Überleben dem Tod so vieler anderer zu verdanken hat. An der Gründung Israels wirkte er mit, ohne so recht zu wissen, was ein Staat eigentlich ist und was dieser spezielle Staat zu bedeuten hätte. Kaniuk, 1930 in Tel Aviv geboren, ist ein "Sabre“; der Unterschied zwischen denen, die in Palästina aufgewachsen


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