Moral, Märkte, Macht und Missbrauch

Sachbuch | Armin Thurnher | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Philosophie: Otfried Höffe erweist sich auch mit seiner Einführung in die Ethik als hervorragender Vermittler

Seit längerem hat Ethik wieder Konjunktur. Die philosophische Begründung der Moral war in Zeiten, als es genügte, jemanden des Moralisierens zu bezichtigen, um ihn aus der Debatte zu kicken, von der Agenda verschwunden. Ursprünglich als Kritik an hypokritischem oder pharisäischem Verhalten und Gerede berechtigt, erwies sich das allzu wörtlich genommene Moralverdikt als Teil einer größeren Lockerung (oder kann zumindest so gelesen werden): Wenn wir nicht mehr festlegen, was wir tun sollen, können alle tun, was sie wollen.

Wir brauchen Märkte, keine Moral. Wir begründen unser Tun nicht. Wir legen im Gespräch mit anderen nicht vernünftig fest, welchen Normen wir uns unterwerfen, wir unterwerfen uns nichts und niemandem außer der unsichtbaren Hand des Marktes, die alles für uns ordnet. Es handelt sich dabei offenbar um eine primitive Zivilreligion, um nicht zu sagen eine


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