Naturverehrung und Manufactum-Kult

Sachbuch | Karin Chladek | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Kulturgeschichte: Andreas Möller erklärt die Wurzeln der deutschen Naturverbundenheit

Das Thema ist nicht neu, aber auf den neuesten Stand gebracht: Andreas Möller widmet sich dem besonderen Verhältnis Deutschlands zur Natur oder dem, was eine verstädterte Gesellschaft darunter versteht. Sein Fazit: Die Beschwörung des Natürlichen, kurz: das grüne Lebensgefühl, das lange für Aufbruch und linken Widerstand stand, sei das Leitmotiv einer neuen Bürgerlichkeit geworden.

"Generation Landlust“ nennt Möller die Protagonisten dieses Phänomens spöttisch nach einer ebenso beliebten wie eskapistischen Zeitschrift. Dass Bio-Gütesiegel immer mehr mit Lifestyle und immer weniger mit Konsumkritik zu tun haben, hat schon Kathrin Hartmann 2009 in "Das Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt“ treffend formuliert. Auf sie verweist Möller, wenn er vom kultischen Bio-Konsum als "Fortsetzung des Ablasshandels mit anderen Mitteln“ spricht.

Die Beschreibung


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