Der Wunsch nach Reinheit und der Boden des Grauens


Benedikt Narodoslawsky
Sachbuch | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Geschichte: Nach seiner Geschichte des Mitleids untersucht Henning Ritter nun deren Gegenpart, die Grausamkeit

Solferino 1859: Auf der einen Seite stehen die Soldaten Österreichs, auf der anderen die der Franzosen und Sardinier. Sie blasen zum Kampf und schlachten sich ab, am Ende bleibt ein Menschenmeer aus Verwundeten und Toten.

Henri Dunant gerät wie ein Tourist in das Schlachtgeschehen, das Gemetzel geht ihm auch Jahre danach nicht mehr aus dem Kopf. "Da quillt nun das Gehirn hervor, die Glieder werden gebrochen und zermalmt, der Boden saugt sich mit Blut voll“, dokumentiert er das Grauen, beschließt zu helfen und gründet das Rote Kreuz.

Brutalität und Mitleid, Ideal und Moral. Es sind große Themen, die sich Henning Ritter in seinem Werk "Die Schreie der Verwundeten“ vornimmt. Der ehemalige Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beginnt seine Abhandlung im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Dort wütet Maximilien de Robespierre, ein Anhänger des aufklärerischen Philosophen

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