Richterin Krausams Schandurteil

Falter & Meinung | Kommentar: Florian Klenk | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Die Justiz versagt afrikanischen Opfern erneut den Schutz. Justizministerium und Richterschaft müssen handeln

Ein Stoß auf die Geleise der U-Bahn. Wie bewertet eigentlich der Oberste Gerichtshof so ein Verbrechen? Blicken wir in seine Entscheidungssammlung. Unter der Zahl 14 Os118/08x (nachzulesen unter ris.bka.gv.at) hat das Höchstgericht einen Fall aus dem Jahr 2007 abgehandelt.

Ein Drogensüchtiger stieß drei Männer auf die Gleise der U-Bahn-Station Reumannplatz. In letzter Sekunde konnte der Stationswart den heranrollenden Zug stoppen.

Die Staatsanwaltschaft klagte den "Junkie“ wegen dreifachen Mordes an. Das war erstaunlich, denn Zeugen hatten den Täter als geistig verwirrt und unter Medikamentenrausch beschrieben. Hat er also wirklich mit Mordvorsatz gehandelt - oder doch im Wahn?

Das Geschworenengericht verurteilte den Täter zu 18 Jahren Haft. Und der Oberste Gerichtshof bestätigte den Spruch. Der Einwand, der "Junkie“ sei nicht ganz bei Sinnen gewesen, sei "unsubstanziiert“.


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