An der schönen, braunen Donau

Politik | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Die Wiener Philharmoniker stellen sich spät, aber doch offen ihrer Nazivergangenheit. Wer sollte das noch tun?

Die New York Times, die BBC, die Süddeutsche Zeitung, alle haben in den letzten Tagen bei Oliver Rathkolb angerufen. Der Vorstand des Zeitgeschichteinstituts der Universität Wien hat die Verwicklungen der Wiener Philharmoniker während und nach der Nazizeit dokumentiert, am Montag wurden die Ergebnisse veröffentlicht. Ein Gespräch über das "Business“ der Vergangenheitsaufarbeitung und die letzten weißen Flecken in Österreichs Zeitgeschichte.

Falter: Wieso braucht es 75 Jahre, bis ein weltberühmter Verein wie die Wiener Philharmoniker sich offen seiner Vergangenheit stellt?

Oliver Rathkolb: Die wissenschaftliche Aufarbeitung ist ja schon seit langem gelaufen. Wie sonst hätten wir innerhalb von zwei Monaten diese Studie zusammengebracht. Meine Kollegin Bernadette Mayrhofer hat schon für ihre Diplomarbeit 2005 in privaten Nachlässen gearbeitet, weil sie keinen Archivzugang


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