Gelächter im Schützengraben

Politik | Rezension: Sibylle Hamann | aus FALTER 11/13 vom 13.03.2013

Die große Kriegsreporterin Martha Gellhorn war stets auf der Flucht vor der Langeweile. Das führte sie an die Fronten des 20. Jahrhunderts

Was soll man denn tun, wenn man es einfach nicht aushält? Am Sofa sitzen, Zeitung lesen, Bilder anschauen, staunend "aha“ und "oh“ sagen und sich von hier aus eine gepflegte, wohlformulierte Meinung über das Weltgeschehen bilden?

Es gibt Menschen, die werden, sobald ihr Leben behaglich zu werden droht, plötzlich unrund und unleidlich zu ihren Mitmenschen. Martha Gellhorn war so eine.

Es sei, schrieb sie einmal, einfach "zu viel Platz auf der Welt“, das ertrug sie nicht. Sie musste weg aus ihrer wohlhabenden, gebildeten, netten Ärztefamilie, weg aus St. Louis, weg von ihren diversen Ehemännern (Ernest Hemingway war vier Jahre lang einer von ihnen), zu Fuß, im Auto, mit dem Zug oder auch per Eselskarren.

Wenn sie mit dem Flugzeug an die Front flog, beschrieb sie das so: "Der Pilot öffnete sein Fenster einen Spalt und schätzte die Windgeschwindigkeit.


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